Kevin Rothermel fragt: “Are you motivated by fear or desire?” Damit stellt er eine sehr zentrale Frage der Motivation, in meinen Augen.
“Fear” definiert Kevin so:
Fear is a powerful motivator, but it motivates practical, fast solutions. Fear is what lands people in jobs that they don’t like in order to be sure that bills can be paid. Fear leads to boring haircuts and sensible family sedans. Fear leads to security.
Und “Desire” so:
Desire is much more powerful. Desire means working harder to do incredible things. It’s what seperates working stiffs from entrepreneurs. Well, that and wealthy parents. Desire is about pushing and defining, about being first, and probably a lot about risk in the name of a bigger payoff.
Das entspricht in etwa dem Gedanken, ob man seine Handlung “von weg” oder “hin zu” gestaltet.
Will man von einem Status Quo weg? Will man Schaden vermeiden, sich erst mal absichern (Fear)? Das ist “von weg”. Immer das im Auge, was man nicht (mehr) möchte. Sei es ein tatsächlicher aktueller Zustand, oder einfach nur die Angst vor einem möglichen Zustand.
Wer etwas erreichen will (Desire), hat ein “hin zu” Mindset. Man hat ein Ziel vor Augen, eine Vision, wie ein Status Quo in der Zukunft idealerweise aussehen sollte.
In Deutschland scheinen die meisten Menschen eher “Fear” als Motivator zu haben. Größtmögliche Absicherung in allen Bereichen. Deshalb ist die Versicherungsbranche vermutlich in Deutschland erfolgreicher als in anderen Ländern.
Während meiner beruflichen Tätigkeiten erfuhr ich von einer internationalen Studie, die einer meiner Kunden durchgeführt hatte, um herauszufinden, welche Zielgruppen-Persönlichkeiten es weltweit für seine Produkte gibt. Heraus kam: es gab global 5 Zielgruppen Typen (in Hinsicht auf das Produkt meines Kunden, über das ich hier nicht weiter schreiben werde).
Nur in Deutschland gab es ledlich 4 Typen: Der vorsichtige, ängstliche (Fear) Typ war nicht ersichtlich. Warum? Dieser Typ war in den anderen 4 Typen ebenfalls so tief verankert, dass er sich statistisch nicht rausrechnen ließ.
Das könnte die Unterschiede zwischen der hemdsärmeligen “Let’s do it” Haltung von z.B. der USA und der eher vorsichtigen Haltung der Deutschen erklären, wenn es um Veränderungen, Innovationen, Karrieren und allgemeiner Lebenshaltung geht.
Sollte man also in Zukunft nur noch “hin zu” denken? Nein, Pauschalisieren sollte man das dennoch nicht. Bei aller Liebe zu optimistischem, zukunftsgerichteten Denken ist ein wenig Vorsorge sicherlich immer sinnvoll. Denn bei “von weg” geht es (insbesondere in diesem Kontext) auch darum, eine Basis zu schaffen, auf der man steht, wenn man nach den Sternen greift.