Oktober 19, 2008

Alles in beta?

Heutzutage ist alles eine einzige beta-Lösung. Jan Tißler vom Upload Magazin hat dazu einen Artikel über die beta-Gesellschaft verfasst.

In seinem Artikel zieht Jan die immer ungeduldigere Art und Weise von Web2.0 Unternehmen, vorzeitig Releases als beta zu veröffentlichen als Vergleich für den Zustand unserer Gesellschaft heran:

Unser Privatleben: eine einzige Beta. Wir leben, um etwas zu erreichen. Geld ist wichtig, Ansehen, Besitz. Das, was wir haben, ist nie genug, ist nur Übergangsstadium hin zu dem Paradies, das wir uns erwarten. Wozu um die Gegenwart kümmern, wo doch in der Zukunft alles so wunderbar sein wird? Zu spät die Erkenntnis: Man kommt nie an. Es gibt immer ein nächstes Ziel.

Diesen Gedanken finde ich sehr interessant, denn Medien und Kommunikation haben schon immer das Gesellschaftsleben beeinflusst. Die Tatsache, dass medial aufgrund der neuen Webtechnologien nun fast alles beta ist (und wenn es uns nicht gefällt, dann ändern wir es eben schnell), fördert natürlich die Ungeduld und Schlamperei. Ist ja eh egal, ist ja beta.

Sind wir also zu beta verdammt? Oder gibt es Möglichkeiten, zurück zur wohlüberlegten Langsamkeit (oder besser, weil wie früher: Normalität) zurückzukehren?

“Slowing down” ist sicherlich einer der Wege, dem Handeln die Hektik zu nehmen. Schneller ist manchmal besser, aber eben nicht immer. Strategie und Fokus ist ein zweiter Weg, unüberlegte Schnellschüsse zu vermeiden.

Dieser Beitrag beinhaltet somit keinen konkreten Tipp – die beiden Punkte (Slowing down, Strategie) sind aber Themen, die ich in Zukunft vermehrt hier im Blog behandeln werde.

Oktober 13, 2008

Linktipp: 20 Psychotests im Internet

Das ist doch klasse: Ein paar Klicks und man erfährt mehr über sich, als wenn man gute Freunde befragt. Psychotests sind fast so beliebt wie Horoskope. Und werden ähnlich gewürdigt. Fallen sie positiv aus, dann weiss man gleich viel mehr über sich selbst. Entspricht das Ergebnis nicht der Erwartung, dann ist es nur ein amüsantes Klick-Tool im Internet…

Bei Karrierebibel sind jetzt 20 von diesen Internet Psychotests aufgelistet. Viel Spass beim Durchklicken!

Oktober 12, 2008

Face to Face Networking

Face to Face Networking ist die effektivste Form des Kontakte knüpfen und pflegens. Das machen wir schon seit tausenden von Jahren. Dennoch gibt es viele Situationen, in denen man noch besser “netzwerken” kann. Hier sind 5 Beispiele – natürlich gibt es noch unzählige mehr.

1. Der Elevator-Pitch: über den Elevator-Pitch habe ich bereits 5 Tipps veröffentlicht. Klar, dass der Pitch gut vorbereitet und einstudiert sein sollte.

2. Nutze beide Seiten einer Visitenkarte. Dadurch können mehr Informationen präsentiert werden. Einige Firmen nutzen die Rückseite für eine Englische Version der Visitenkarte. Man kann aber auch zusätzliche URLs, Messenger/Skype Nicknamen oder andere Informationen dort unterbringen.

3. Notizen auf der Rückseite von Visitenkarten: Solange andere noch nicht auf die Idee gekommen sind, ihre Rückseiten zu bedrucken, könnt Ihr dort Notizen zu den Personen machen. Das hilft oft bei der späteren Zuordnung der Karten.

4. Immer Gesprächsbereit sein. Es mag verlockend sein, mit Sektglas und Häppchenteller auf einer Veranstaltung herumzulaufen. Wenn man Leuten die Hände schütteln will, dann sollte man mindestens eine Hand freihaben. Ebenfalls ist es sicherlich ungünstig, wenn man zum Elevator-Pitch aufgefordert wird, sich kurz vorher aber eine Lachsschnitte in den Mund gesteckt hat.

5. Beim Netzwerken den Bekanntenkreis verlassen. Wenn man die Gelegenheit hat, neue Leute kennen zu lernen oder lose Verbindungen zu festigen, dann sollte man sich nicht nur im Kreis der guten Bekannten aufhalten. Mit denen spricht man noch oft genug.

(hier gefunden und frei übersetzt)

Oktober 4, 2008

Lauschtipp: White Noise

Heutzutage hat jeder einen multimediafähigen PC am Arbeitsplatz. Immer häufiger sieht man daher Leute, die mit Kopfhörern auf den Ohren (oder in den Ohren) vor dem Bildschirm sitzen. Geht mir ähnlich. Wenn man sich in einem belebten Büro konzentrieren will, dann kann Musik auf den Ohren helfen.

Welche Musik ist dafür geeignet? Die Musik darf ja nicht von der Arbeit ablenken oder einschläfern. Jeder hat hier seinen eigenen Geschmack – Klassik, Jazz, Deep House, Rock, Alternative – was man gut nebenbei hören kann ist für jeden unterschiedlich.

Was aber, wenn man sich so stark konzentrieren will, dass jegliche Musik ablenken wird? Die Antwort könnte White Noise lauten. Oder Brown oder Red oder Pink Noise. Was das ist? Ein gleichmäßiges Rauschen. Mehr nicht. Auf der Website von Simply Noise findet man diese Rauschgeräusche.

Die Bedienungsanleitung ist sehr einfach:

Instructions:
  • Slide the orb
  • Find comfort zone
  • Enjoy auditory zen
Uses of White Noise:
  • Aid Sleep
  • Enhance Privacy
  • Block Distractions
  • Mask Tinnitus
  • Configure Audio Equipment
  • Soothe Migraines

Bei Wikipedia kann man noch mehr über “White Noise” und seine Besonderheiten erfahren.

September 23, 2008

Ein Blog, dessen Lektüre man nicht aufschieben sollte.

Im Juli diesen Jahres eröffnete ganz still und leise ein neues Produktivitätsblog seine Webseiten. Allerdings schoben die Autoren die Erstellung der ersten richtigen Beiträge bis September vor sich her. Das macht aber nicht viel, denn das beweist nur, dass sich die Autoren mit dem Problem der Prokrastination bestens auskennen. Und das wiederum ist gut so, denn darum dreht es sich in dem Buch, zu dem das Blog eigentlich ein Promotion-Tool sein soll. Denn im Oktober kommt das Buch “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” heraus.

Der erste Eintrag des Blogs lautete dementsprechend:

Hier kommt bald mal was hin. Über Prokrastination. Später dann. Also schon bald. Wir arbeiten dran, manchmal jedenfalls. Allerspätestens bis zum Erscheinungstermin des Buchs am 6. Oktober 2008 wird es hier was zu sehen geben.

Der Grund, weshalb die beiden Autoren, Sascha Lobo und Kathrin Passig, das Buch schreiben, ist der zunehmende Trend von Produktivitätsblogs und -büchern, wie man in einem späteren Blogpost lesen kann:

Wir waren offenbar nicht die Einzigen, die angesichts der Flut aus Produktivitätsblogs und -büchern der letzten Jahre das Gefühl hatten: Vielleicht sollte auch mal jemand sagen, dass es so aber nicht geht.

Oder, wie es in dem Beitrag “Warum wir das Buch geschrieben haben” noch detaillierter heisst:

Wir haben “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” aus Notwehr geschrieben. Und weil es bestimmte Bücher geben muss, auch wenn man sie dafür erst mühsam selbst schreiben muss. Wir wollen den vielen Menschen eine Stimme sein, die zwischen den verhärteten Fronten der überfleißigen Arbeitstiere und der allesablehnenden Faulenzer leben. Wir möchten uns durchaus nützlich machen – aber zu unseren Bedingungen.

Wir wollen eine andere Lösung unserer Probleme. Wir kommen mit vielem nicht zurecht, wollen deshalb aber nicht darauf verzichten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wir möchten keine kräftezehrenden Tricks lernen, wie man sich in das enge, kantige Korsett von Konventionen zwischen Arbeit und Amt hineinpressen kann. Wir wollen einen neuen Standpunkt entwickeln, der das Wort Selbstdisziplin aus dem eigenen Wortschatz so weit wie irgend möglich verbannt, [...] Das realistische Mindestziel ist, dass Sie das Buch lesen, in Ihrem Leben nichts ändern, sich damit aber besser fühlen als vorher.

Damit hat das Blog eine sehr viel bessere Chance, sein (Mindest-) Ziel zu erreichen, als viele andere Blogs aus diesem Bereich, dieses Blog hier eingeschlossen.

Das Buch wird voraussichtlich sehr amüsant zu lesen sein. Schon das Blog hat ein paar sehr passende Ideen, neben dem Button zum “Buch kaufen” (mit Link zu Amazon, natürlich) gibt es natürlich auch den Button “Buch später kaufen” (verlinkt auf eine halbfertige Seite im Blog!).

Schön sind in dem Blog Tipps wie diese hier:

1. Auch mal ein Getränk zwei Jahre vor Ablaufdatum austrinken. Schon hat man eine Aufgabe lange vor der Deadline erledigt.
2. Auf Bahngleisen sitzen oder liegen. Rechtzeitig aufstehen, bevor der Zug kommt. Diese Übung vermittelt ein Gefühl für das Tempo, in dem die Deadline herannaht, auch wenn vorher lange Zeit gar nichts passiert ist.
3. Aus den Briefkästen der Nachbarn amtlich aussehende Schreiben fischen und öffnen. Die Wirkung ist die einer Desensibilisierungstherapie gegen Heuschnupfen: Schon wenige Jahre später kann man auch Post aus dem eigenen Briefkasten öffnen.
4. Einige Kabel wohlgeordnet in eine Tasche legen. Eine Stunde abwarten, die Tasche wieder öffnen. Den entstandenen Kabelsalat betrachten und dabei über die Sinnlosigkeit menschlichen Ordnungsstrebens meditieren.
5. Zeitungen Seite für Seite ins Altpapier geben, um so zu erlernen, wie man eine größere Aufgabe in übersichtliche Einheiten zerlegt.
6. Den perfekten Mord planen, dann kurz vor der Ausführung darauf verzichten. Darüber nachdenken, dass Untätigkeit Leben retten kann.

Sascha Lobo ist übrigens bereits als Autor des Buches “Wir nennen es Arbeit” bekannt, das ich damals gerne gelesen habe. Ich bin also schon sehr gespannt auf das neue Werk.

September 22, 2008

Komplexe Entscheidungen ohne Nachzudenken.

Der letzte Beitrag liegt bereits mehr als 4 Wochen zurück, was nicht zu letzt daran lag, dass ich zwischendurch einen fantastischen Urlaub hatte.

Nun durchforste ich meine unzähligen Feeds und finde bei der Karrierebibel einen Link zu einem etwas älteren Beitrag in der Zeitung “The Guardian” über Tatsache, dass man bei komplexen Entscheidungen “aus dem Bauch heraus” entscheiden sollte.

According to a new study, thinking too hard about a problem leads to poor choices – difficult decisions are best handled by our unconscious minds. While most people are happy to buy a new set of towels without much thought, they are unlikely to buy a new car or house without some serious thought. [...] “Conscious thinkers were better able to make the best choice among simple products, whereas unconscious thinkers were better able to make the best choice among complex products,” wrote Dr Dijksterhuis in a paper, published today in Science.

Der Gedanke erinnert mich an einen Vortrag von Barry Schwartz bei TED im Zusammenhand mit dessen Buch “the paradox of choice” – die Tatsache, dass man nach Entscheidungen über zu viele Optionen unglücklicher ist als nach Entscheidungen mit weniger Optionen. Sehr inspirierender Vortrag bei TED (wie viele Vorträge bei TED, übrigens):


August 17, 2008

5 inspirierende Videos auf YouTube

Durch imgriff.com bei Zen Habits auf diese schöne Zusammenstellung gestoßen: die Top 5 inspirierenden Videos auf YouTube:

Randy Pausch Last Lecture: Achieving Your Childhood Dreams:

A Father’s Amazing Love

Steve Jobs’s Stanford Commencement Speech

Will Smith – Running & Reading (The Key to Life)

Free Hugs Campaign