Mangel und Überfluss auseinanderhalten
By Roland in Leben & So., Link Tipps, Produktivität | 1 comment
Chris Anderson, Chief Editor des Wired Magazines, hat einen Ausschnitt aus seinem neuen Buch “Free” auf der Wired Website veröffentlicht:
Tech Is Too Cheap to Meter: It’s Time to Manage for Abundance, Not Scarcity.
Eine interessante These: Technologie ist nicht mehr der Engpass, ebenso wenig ist es der größte Kostentreiber. Die Aufmerksamkeit der Menschen ist der Engpass (die “Ökonomie der Aufmerksamkeit” ist seit über 10 Jahren ein Thema), und verursacht als solcher oftmals höhere Kosten als die Anschaffung von mehr Speicherplatz, schnelleren Rechnern, etc.
Für einige Beispiele ist das auch sehr gut nachvollziehbar: Wenn ältere Informationen aus Platzmangel auf der Festplatte wegarchiviert werden, dann kann der Zugriff auf das Archiv schon mal etwas länger dauern. Wenn es dann noch nicht mal die eigenen Festplatten sind, sondern die Daten auf Archivmedien gebannt in irgendeinem Archivkeller gestapelt rumliegen, dann kann sehr viel Zeit vergehen, bis man weiterarbeiten kann. Da Zeit bekanntermaßen Geld ist, kann die Such- und Wartezeit viel Geld kosten. Je nach dem, welchen Stundensatz man eigentlich in Rechnung stellen könnte, wenn man direkt hätte weiterarbeiten können, denn kein Kunde wird einem die Such- und Wartezeit bezahlen wollen.)
Chris Andersons These: ein wenig mehr Geld für billige Technologie (abundance: Überfluß) ausgeben, um die begrenzte Ressource Aufmerksamkeit (scarcity: Mangel) besser zu nutzen.
Klingt logisch, und bringt mich zu der nächsten Frage: Wisst Ihr eigentlich, welche Parameter in Eurem Leben die Mangel- und welche die Überflußvariablen sind?
- Quält Ihr Euch mit veralteten Rechnern rum? Sortiert Ihr ständig Eure (digitalen) Daten neu, weil auf der Festplatte zu wenig Platz ist?
- Verbringt Ihr zu viel kostbare Zeit damit, Dinge zu tun, die andere für wenig Geld besser und schneller machen können, statt selbst das zu tun, was Euch den meisten Ertrag bringt (oder Vergnügen bereitet)?
- Lest Ihr jedes Buch/Zeitschrift von vorne bis hinten durch, weil das Geld ja bereits “investiert” wurde, statt die (zugegebenermaßen schwierige) Entscheidung zu treffen, ein mittelmäßiges Buch halbgelesen wegzulegen?
Es gibt sicherlich noch sehr viel mehr Beispiele von Situationen, in denen man “Mangel” und “Überfluß” aus verschiedensten Gründen nicht korrekt einschätzt, aber es lohnt sich dennoch immer mal wieder darauf zu achten!
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sandra | Aug 24, 2009 | Reply
Ja…Ich bin der selben Meinung wie Chris Anderson!Ich verfechte seiner These nicht.Sehr richtige These!