Ein Blog, dessen Lektüre man nicht aufschieben sollte.
By Roland in Leben & So.,Link Tipps,Produktivität | 0 comments
Im Juli diesen Jahres eröffnete ganz still und leise ein neues Produktivitätsblog seine Webseiten. Allerdings schoben die Autoren die Erstellung der ersten richtigen Beiträge bis September vor sich her. Das macht aber nicht viel, denn das beweist nur, dass sich die Autoren mit dem Problem der Prokrastination bestens auskennen. Und das wiederum ist gut so, denn darum dreht es sich in dem Buch, zu dem das Blog eigentlich ein Promotion-Tool sein soll. Denn im Oktober kommt das Buch “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” heraus.
Der erste Eintrag des Blogs lautete dementsprechend:
Hier kommt bald mal was hin. Über Prokrastination. Später dann. Also schon bald. Wir arbeiten dran, manchmal jedenfalls. Allerspätestens bis zum Erscheinungstermin des Buchs am 6. Oktober 2008 wird es hier was zu sehen geben.
Der Grund, weshalb die beiden Autoren, Sascha Lobo und Kathrin Passig, das Buch schreiben, ist der zunehmende Trend von Produktivitätsblogs und -büchern, wie man in einem späteren Blogpost lesen kann:
Wir waren offenbar nicht die Einzigen, die angesichts der Flut aus Produktivitätsblogs und -büchern der letzten Jahre das Gefühl hatten: Vielleicht sollte auch mal jemand sagen, dass es so aber nicht geht.
Oder, wie es in dem Beitrag “Warum wir das Buch geschrieben haben” noch detaillierter heisst:
Wir haben “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” aus Notwehr geschrieben. Und weil es bestimmte Bücher geben muss, auch wenn man sie dafür erst mühsam selbst schreiben muss. Wir wollen den vielen Menschen eine Stimme sein, die zwischen den verhärteten Fronten der überfleißigen Arbeitstiere und der allesablehnenden Faulenzer leben. Wir möchten uns durchaus nützlich machen – aber zu unseren Bedingungen.
Wir wollen eine andere Lösung unserer Probleme. Wir kommen mit vielem nicht zurecht, wollen deshalb aber nicht darauf verzichten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wir möchten keine kräftezehrenden Tricks lernen, wie man sich in das enge, kantige Korsett von Konventionen zwischen Arbeit und Amt hineinpressen kann. Wir wollen einen neuen Standpunkt entwickeln, der das Wort Selbstdisziplin aus dem eigenen Wortschatz so weit wie irgend möglich verbannt, [...] Das realistische Mindestziel ist, dass Sie das Buch lesen, in Ihrem Leben nichts ändern, sich damit aber besser fühlen als vorher.
Damit hat das Blog eine sehr viel bessere Chance, sein (Mindest-) Ziel zu erreichen, als viele andere Blogs aus diesem Bereich, dieses Blog hier eingeschlossen.
Das Buch wird voraussichtlich sehr amüsant zu lesen sein. Schon das Blog hat ein paar sehr passende Ideen, neben dem Button zum “Buch kaufen” (mit Link zu Amazon, natürlich) gibt es natürlich auch den Button “Buch später kaufen” (verlinkt auf eine halbfertige Seite im Blog!).
Schön sind in dem Blog Tipps wie diese hier:
1. Auch mal ein Getränk zwei Jahre vor Ablaufdatum austrinken. Schon hat man eine Aufgabe lange vor der Deadline erledigt.
2. Auf Bahngleisen sitzen oder liegen. Rechtzeitig aufstehen, bevor der Zug kommt. Diese Übung vermittelt ein Gefühl für das Tempo, in dem die Deadline herannaht, auch wenn vorher lange Zeit gar nichts passiert ist.
3. Aus den Briefkästen der Nachbarn amtlich aussehende Schreiben fischen und öffnen. Die Wirkung ist die einer Desensibilisierungstherapie gegen Heuschnupfen: Schon wenige Jahre später kann man auch Post aus dem eigenen Briefkasten öffnen.
4. Einige Kabel wohlgeordnet in eine Tasche legen. Eine Stunde abwarten, die Tasche wieder öffnen. Den entstandenen Kabelsalat betrachten und dabei über die Sinnlosigkeit menschlichen Ordnungsstrebens meditieren.
5. Zeitungen Seite für Seite ins Altpapier geben, um so zu erlernen, wie man eine größere Aufgabe in übersichtliche Einheiten zerlegt.
6. Den perfekten Mord planen, dann kurz vor der Ausführung darauf verzichten. Darüber nachdenken, dass Untätigkeit Leben retten kann.
Sascha Lobo ist übrigens bereits als Autor des Buches “Wir nennen es Arbeit” bekannt, das ich damals gerne gelesen habe. Ich bin also schon sehr gespannt auf das neue Werk.
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