Oktober 19, 2008

Alles in beta?

Heutzutage ist alles eine einzige beta-Lösung. Jan Tißler vom Upload Magazin hat dazu einen Artikel über die beta-Gesellschaft verfasst.

In seinem Artikel zieht Jan die immer ungeduldigere Art und Weise von Web2.0 Unternehmen, vorzeitig Releases als beta zu veröffentlichen als Vergleich für den Zustand unserer Gesellschaft heran:

Unser Privatleben: eine einzige Beta. Wir leben, um etwas zu erreichen. Geld ist wichtig, Ansehen, Besitz. Das, was wir haben, ist nie genug, ist nur Übergangsstadium hin zu dem Paradies, das wir uns erwarten. Wozu um die Gegenwart kümmern, wo doch in der Zukunft alles so wunderbar sein wird? Zu spät die Erkenntnis: Man kommt nie an. Es gibt immer ein nächstes Ziel.

Diesen Gedanken finde ich sehr interessant, denn Medien und Kommunikation haben schon immer das Gesellschaftsleben beeinflusst. Die Tatsache, dass medial aufgrund der neuen Webtechnologien nun fast alles beta ist (und wenn es uns nicht gefällt, dann ändern wir es eben schnell), fördert natürlich die Ungeduld und Schlamperei. Ist ja eh egal, ist ja beta.

Sind wir also zu beta verdammt? Oder gibt es Möglichkeiten, zurück zur wohlüberlegten Langsamkeit (oder besser, weil wie früher: Normalität) zurückzukehren?

“Slowing down” ist sicherlich einer der Wege, dem Handeln die Hektik zu nehmen. Schneller ist manchmal besser, aber eben nicht immer. Strategie und Fokus ist ein zweiter Weg, unüberlegte Schnellschüsse zu vermeiden.

Dieser Beitrag beinhaltet somit keinen konkreten Tipp – die beiden Punkte (Slowing down, Strategie) sind aber Themen, die ich in Zukunft vermehrt hier im Blog behandeln werde.


1 Comment(s)

  1. örs | Nov 16, 2008 | Reply

    Normalität trifft es wohl eher, wie Du schon sagtest! Allerdings ein bisschen “Beta” schadet nie!

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